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# Backdoors ab Werk: ZBT-Router stecken hinter vielen Markennamen
- URL: https://sakis.tech/backdoors-ab-werk-zbt-router-stecken-hinter-vielen-markennamen/
- Published: 2026-08-28T13:27:46.000Z
- Updated: 2026-08-28T13:27:46.000Z
- Description: Günstige LTE-Router von ZBT stecken unter vielen Markennamen in den Regalen — und liefern gleich drei Backdoors ab Werk mit. Was Sicherheitsforscher gefunden haben und wie du prüfst, ob dein Gerät betroffen ist.
- Author: Sakis
- Tags: news, hardware, sicherheit

Du hast dir irgendwann mal einen günstigen LTE-Router bei Amazon geholt — fürs Wohnmobil, die Gartenlaube oder als Notfall-Internet? Dann lies kurz mit. Sicherheitsforscher haben in Routern des chinesischen Herstellers ZBT gleich mehrere eingebaute Hintertüren gefunden. Und weil ZBT seine Geräte an viele andere Firmen liefert, stehen die unter ganz unterschiedlichen Markennamen in den Regalen.

**Kurz gesagt:** Die Sicherheitsfirma VulnCheck hat in LTE- und 5G-Routern von ZBT (Zbtlink) inzwischen drei Backdoors dokumentiert. Eine davon nimmt Befehle aus dem Internet ganz ohne Passwort entgegen und führt sie mit vollen Rechten aus. Verkauft werden die Geräte auch unter Marken wie Deep Orange, KuWFi oder hierzulande Digineo und Allnet. Saubere Updates gibt es bisher nicht — wer so ein Gerät nutzt, sollte es ersetzen.

![Schaubild in drei Schritten: Port ab Werk offen, Kommando-Paket ohne Login, Root-Zugriff auf den ZBT-Router](https://sakis.tech/content/images/2026/08/grafik-14.png)

Die Darklantern-Backdoor in drei Schritten: offener Port, kein Login, volle Kontrolle

## Was ist passiert?

ZBT — voller Name Shenzhen Zhibotong Electronics — baut LTE- und 5G-Router, die als sogenannte White-Label-Ware laufen: Andere Firmen kleben ihr Logo drauf und verkaufen sie unter eigenem Namen. Genau in dieser Firmware hat die Sicherheitsfirma VulnCheck jetzt zwei weitere Backdoors gefunden, also ab Werk eingebaute Fernzugänge, von denen der Besitzer nichts weiß.

Die unangenehmere der beiden heißt **Darklantern**. Auf betroffenen Routern lauscht ein Dienst namens infosrvd auf UDP-Port 9992, und die eigene Firewall des Geräts lässt Anfragen aus dem Internet auf diesen Port ausdrücklich durch. Ein passend gebautes Datenpaket genügt, und der Router führt beliebige Befehle mit Root-Rechten aus — also mit voller Kontrolle über das Gerät. Ein Passwort braucht es nicht, nur einen fest einprogrammierten Schlüssel, der laut VulnCheck in jeder Firmware identisch ist. Betroffen sind mindestens 16 Modelle, darunter die auch in Europa verbreiteten WE826-T2 und WG3526\. Bei einem Internet-Scan im August antworteten 203 offen erreichbare Geräte in 22 Ländern.

Backdoor Nummer zwei, **Speakingstone**, arbeitet andersherum: Sie telefoniert von innen nach Hause, zu Servern in der Alibaba-Cloud. Über diesen Kanal lassen sich Befehle schicken, DNS-Antworten umbiegen (der Router entscheidet dann, welche Server du wirklich ansteuerst), die Zugangsdaten deines Internetanschlusses abgreifen und Fernwartungs-Tunnel ins Netz öffnen. Und schon Anfang August hatte VulnCheck eine dritte Backdoor namens **EndlessDoors** beschrieben (CVE-2026-66747), die sich auf über 20 Modellen als harmloser Kernel-Prozess tarnt.

ZBT nennt das alles Werkzeuge für den Kundensupport und bestreitet böse Absicht. Gleichzeitig hat der Hersteller, wie Heise berichtet, den Verkauf betroffener Router gestoppt, die Firmware-Downloads offline genommen und Updates versprochen.

## Warum ist das wichtig?

Das eigentliche Problem ist die unsichtbare Lieferkette. Auf dem Karton steht MOFI, OneX, Deep Orange, Digineo oder Allnet — dass darunter ZBT-Technik steckt, erfährst du höchstens über die Modellnummer. Du kannst also gar nicht wissen, wessen Firmware bei dir zu Hause den kompletten Datenverkehr sieht.

Und anders als bei einer klassischen Sicherheitslücke ist hier nichts kaputt. Die Funktionen tun exakt das, wofür sie gebaut wurden. Selbst wenn man ZBT den Support-Zweck glaubt: Es gibt laut VulnCheck keinerlei Mechanismus, mit dem Kunden diesem Zugriff zustimmen — und niemand kann garantieren, dass nur der Hersteller den Schlüssel kennt. Ein Fernzugang mit Root-Rechten, ungefragt und ohne Anmeldung, bleibt eine Hintertür, egal was im Prospekt steht. Zum Vergleich: Als [Ubiquiti neulich 22 UniFi-Lücken stopfte](https://sakis.tech/ubiquiti-stopft-22-unifi-lucken-21-davon-kritisch/), war das ein Fehler, der behoben wurde. Hier ist der Fehler das Feature.

Die Zahl offen erreichbarer Geräte klingt mit ein paar Hundert überschaubar. Aber die Firmware steckt in tausenden verkauften Routern, und Speakingstone funktioniert auch hinter Firewall und Router-NAT — ausgehende Verbindungen blockiert zu Hause fast niemand.

## Was bedeutet das für dich?

Wenn bei dir ein günstiger LTE-/5G-Router läuft, dessen Marke du vorher noch nie gehört hattest, lohnt ein Blick aufs Typenschild:

- **Modell prüfen:** Steht dort etwas wie WE826, WG3526, WE1326 oder WG1602, such nach der Modellnummer plus „ZBT“. VulnCheck listet in beiden Berichten alle betroffenen Modelle auf.
- **Betroffen? Vom Netz damit.** Es gibt aktuell keinen Patch, der die Hintertüren nachweislich entfernt. VulnCheck rät schlicht zum Austausch, und ich sehe das genauso.
- **Wenn der Austausch nicht sofort geht:** Das Gerät wenigstens hinter deine eigene Firewall hängen, keine Portfreigaben, und ausgehende Verbindungen zu den in den Berichten gelisteten Domains blockieren. Das ist ein Notbehelf, keine Lösung.

Meine Einschätzung: Billig heißt nicht automatisch böse, aber bei No-Name-Routern kaufst du eine Lieferkette mit, die du nicht sehen kannst. Ironischerweise sind einige der betroffenen Modelle in der Bastler-Szene beliebt, weil sie sich gut mit OpenWrt flashen lassen — dem freien Router-Betriebssystem, das die Hersteller-Firmware komplett ersetzt, samt allem, was darin schlummert. Wer sich das zutraut, macht aus so einem Gerät sogar noch etwas Brauchbares. Für alle anderen gilt beim nächsten Kauf: lieber ein Hersteller mit nachvollziehbarer Update-Politik als fünf Euro gespart.

Wie gehst du beim Router-Kauf vor — entscheidet der Preis, das Datenblatt, oder schaust du inzwischen auch darauf, wer eigentlich dahintersteckt und wie lange es Updates gibt? Und hättest du einem 40-Euro-Gerät vom Marktplatz zugetraut, ab Werk nach Hause zu telefonieren? Schreib's mir in die Kommentare.

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sakis@homelab:\~$ echo "bleib neugierig — und mach backups" 

## Quellen

- [VulnCheck: Chinese Implants in the Supply Chain — Darklantern & Speakingstone](https://www.vulncheck.com/blog/zbt-darklantern-speakingstone?ref=sakis.tech)
- [VulnCheck: EndlessDoors — Backdoor in Zbtlink-Routern (CVE-2026-66747)](https://www.vulncheck.com/blog/zbt-endlessdoors?ref=sakis.tech)
- [Heise: (OEM-)China-Router von ZBT mit Backdoors](https://www.heise.de/news/OEM-China-Router-von-ZBT-mit-Backdoors-11433072.html?ref=sakis.tech)