Du möchtest nervige Werbung im gesamten Heimnetzwerk blockieren, deine Privatsphäre schützen und sogar die Geschwindigkeit deiner Internetverbindung verbessern? Dann ist die Kombination aus Pi-hole und Unbound genau das Richtige für dich. In diesem Beitrag erkläre ich dir, was diese Tools können, wie du sie mit Docker ganz einfach installieren kannst und welche Vorteile dir das bringt – auch wenn du kein Technik-Profi bist.
Inhaltsverzeichnis
# Was ist Pi-hole?
Pi-hole ist ein Netzwerk-weiter Werbeblocker, der auf DNS-Ebene arbeitet. Anders als Browser-Addons blockiert Pi-hole Werbung auf allen Geräten in deinem Heimnetzwerk – vom Smart-TV bis zum Smartphone, ohne dass du auf jedem Gerät extra Software installieren musst.
Was macht Pi-hole genau? Wenn du eine Webseite besuchst, fragt dein Gerät einen DNS-Server: „Wo finde ich diese Seite?“. Pi-hole fängt diese Anfragen ab und prüft sie gegen eine schwarze Liste. Anfragen an Werbeserver werden direkt blockiert, bevor sie überhaupt dein Netzwerk verlassen können.
# Was ist Unbound?
Unbound ist ein rekursiver DNS-Resolver. Normalerweise übernimmt dein Internet-Provider oder ein Dienst wie Google (8.8.8.8) die DNS-Auflösung. Mit Unbound betreibst du deinen eigenen DNS-Server und musst dich nicht auf externe Dienste verlassen.
Warum ist das wichtig? Ein externer DNS-Server kann sehen, welche Webseiten du besuchst. Mit deinem eigenen DNS-Server behältst du die Kontrolle über deine Daten und steigerst deine Privatsphäre erheblich.
# Warum Docker?
Docker vereinfacht die Installation und Wartung der Software erheblich:
- Keine komplizierten Abhängigkeiten
- Einfaches Aktualisieren
- Saubere Trennung vom restlichen System
- Problemloses Einrichten auf fast jedem Linux-System
# Vorteile der Pi-hole + Unbound Kombination
- Werbung blockieren auf allen Geräten im Netzwerk
- Mehr Privatsphäre durch eigenen DNS-Server
- Schnelleres Surfen durch weniger Inhalte und DNS-Caching
- Geringerer Datenverbrauch ohne Werbung
- Schutz vor Malware durch Blockieren bekannter schädlicher Domains
- Übersicht über dein Netzwerk durch informatives Dashboard
- Familienfreundlich mit der Möglichkeit, bestimmte Inhalte zu blockieren
# Voraussetzungen
- Ein Linux-System (z.B. Debian, Ubuntu, CentOS)
- Grundlegende Kenntnisse der Kommandozeile
- Docker und Docker Compose (wird vom Installationsscript automatisch installiert)
- Eine statische IP-Adresse für den Pi-hole Server
# Installation
Die Installation ist dank eines benutzerfreundlichen Scripts sehr einfach.
Schritt 1 curl installieren
sudo apt update && sudo apt install -y curlSchritt 2 Installation ausführen
bash -c "$(curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/sakis-tech/docker-pihole-unbound/main/install-pihole-unbound.sh)"Und schon wird man vom Benutzerfreundlichen Script begrüßt:

# Was passiert bei der Installation?
Das Installationsscript führt folgende Schritte durch:
- Prüfen der Voraussetzungen (Docker, Git)
- Installation fehlender Software
- Abfragen wichtiger Parameter:
- IP-Adresse für Pi-hole
- Weboberflächen-Port
- Admin-Passwort für die Weboberfläche
- Hostname und Zeitzone
- Design-Theme (hell oder dunkel)
- Netzwerkkonfiguration mit macvlan für direkte Netzwerkintegration
- Container starten für Pi-hole und Unbound
- Portainer (optional) zur einfachen Container-Verwaltung
# Wichtige Hinweise zur Konfiguration
// IP-Adresse wählen
Bei der Installation wirst du nach einer IP-Adresse für Pi-hole gefragt. WICHTIG: Diese IP-Adresse darf nicht mit der IP-Adresse deines Hosts übereinstimmen!
Beispiel: Wenn dein Server die IP 192.168.10.5 hat, könnte die Pi-hole IP 192.168.10.20 sein.
// DNS-Server im Netzwerk einrichten
Damit alle Geräte Pi-hole nutzen:
- Option A: DHCP-Server konfigurieren (
empfohlen)- Trage in deinem Router (z.b. FritzBox) die Pi-hole IP als DNS-Server ein (Wie das geht, habe ich in diesem Beitrag geschrieben).
- Option B: Manuell pro Gerät
- Stelle bei jedem Gerät den DNS-Server auf die Pi-hole IP um
// Zugriff auf die Weboberfläche
Nach erfolgreicher Installation kannst du auf die Weboberfläche zugreifen:
http://PI-HOLE-IP/admin
oder falls du einen anderen Port gewählt hast:
http://PI-HOLE-IP:PORT/admin
// Konfiguration deines Hosts
Eine Besonderheit bei Docker macvlan: Der Host-Computer selbst kann nicht direkt mit dem Pi-hole Container kommunizieren. Dies lässt sich aber einfach lösen:
Stelle auf deinem Host-System den Router (FritzBox) als DNS-Server ein:
sudo nano /etc/resolv.confDort trägst du dann folgendes ein:
nameserver 192.168.10.1 # Trage hier die IP-Adresse deines Routers einIm Router stellst du dann Pi-hole als DNS-Server ein (Wie das geht, habe ich in diesem Beitrag geschrieben).
So erreichen DNS-Anfragen vom Host-System den Pi-hole Container über diesen Umweg:
Host → Router → Pi-hole → Internet
# Mögliche Probleme und Lösungen
// Portainer Timeout
Wenn du nach dem ersten Start folgende Nachricht siehst:
New Portainer installation
Your Portainer instance timed out for security purposes. To re-enable your Portainer instance, you will need to restart Portainer.
Starte den Portainer-Container einfach neu:
docker restart portainer// Aktualisieren von Pi-hole und Unbound
Das Update ist dank des mitgelieferten Scripts sehr einfach, dazu einfach folgenden Befehl beim Host eingeben und bestätigen:
sudo bash -c "$(curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/sakis-tech/docker-pihole-unbound/main/update-pihole-unbound.sh)"Zu Beginn erklärt das Update-Skript dem Benutzer auf einfache Weise, was das Script macht.

// Was macht das Update-Script genau?
- Lädt die neuesten Container-Images herunter
- Startet die Container neu
- Testet die DNS-Auflösung
- Zeigt eine Versionsübersicht an
// DNS-Tests fehlgeschlagen
Wenn die DNS-Tests nicht funktionieren, installiere die dnsutils für bessere Diagnose:
sudo apt install dnsutilsDas Update-Script bietet dir auch an, dieses Paket automatisch zu installieren.
// Webzugriff funktioniert nicht
Überprüfe:
- Ist der Port korrekt konfiguriert und nicht durch eine andere Anwendung belegt?
- Läuft der Container? Prüfe mit
docker ps | grep pihole - Firewall-Einstellungen erlauben den Zugriff auf den konfigurierten Port?
// DNS-Cache leeren
Da wir einen neuen DNS-Server verwenden, ist es notwendig, den DNS-Cache zu leeren. Wie das unter Windows funktioniert, habe ich in diesem Beitrag Schritt für Schritt erklärt.
# Erweiterte Anpassungen
// Eigene Blocklisten hinzufügen
In der Weboberfläche unter „Group Management“ > „Adlists“ kannst du weitere Blocklisten hinzufügen, zum Beispiel:
- OISD – Eine umfangreiche, gut gepflegte Liste
- Firebog – Verschiedene Listen für unterschiedliche Bedürfnisse
Fazit
Mit Pi-hole und Unbound in Docker hast du eine mächtige Kombination zur Verbesserung deiner Online-Erfahrung eingerichtet. Du blockierst lästige Werbung, schützt deine Privatsphäre durch einen eigenen DNS-Resolver und hast volle Kontrolle über die DNS-Anfragen in deinem Netzwerk.
Die Installation und Wartung wurden durch Docker und die mitgelieferten Scripts so einfach wie möglich gestaltet, sodass auch Einsteiger davon profitieren können.
Wenn du bei der Einrichtung Hilfe brauchst oder etwas unklar ist, schreib mir gern unten in die Kommentare. Ich freue mich auf dein Feedback und helfe dir gerne weiter!

hallo erstmal bin zufällig auf den beitrag von dir gestoßen da Ich so meine probleme hatte..dank der freundlichen KI von google Hab pihole,unbound und portainer auf meinem debian 13 PIhole_Server auf basis von einem alten acer Aspire ES1-731 laptop mit 120gig SSD 4gig RAM und INtel PentiumN3700 installiert mit einigen hürden (dank KI) hätte ich früher.. manuell gegoogelt wäre ich eher zum ziel gekommen aber mittlerweile läuft das system butterweich habe alles mit docker-compose gemacht aber die KI hat die scripte geschrieben was dann oft zu problem geführt hat ich mich stunden (NÄchte) lang im kreis gedreht habe das nächste mal weiß ich wo ich fündig werde Danke für den tollen Beitrag. eine frage noch wie wär das wenn man noch nextcloud und einen opensource passwortmanager dazu installieren würde wie würde das ablaufen wegen den ports das sich keiner in die quere kommt ?? kannst mir gerne per mail antworten .
lg AUS AT
Hallo nach Österreich! Vielen Dank für deine Nachricht und das nette Feedback. Schön, dass dein System jetzt stabil läuft – die Nächte vor dem Bildschirm kennen wir wohl alle.
Zu deiner Frage bezüglich Nextcloud und einem Passwortmanager (hier empfehle ich dir Vaultwarden, da es sehr ressourcensparend ist):
1. Du kannst beim Installieren einfach andere Ports vergeben (z. B. 8080:80). Damit ist die Cloud über 192.168.x.x:8080 erreichbar.
2. Die sauberere Lösung ist der Nginx Proxy Manager. Dieser belegt die Ports 80 und 443 und leitet die Anfragen intern weiter. Ich habe dazu bereits einen Beitrag geschrieben, den du hier lesen kannst:
Anleitung: Pi-hole, Wildcard DNS & Nginx Subdomains einfach verwalten
Falls du Unterstützung bei der konkreten docker-compose Konfiguration benötigst, lass es mich einfach wissen.
Viel Erfolg beim Basteln!
Hi Hallo mittlerweile hab ich es geschafft Vaulwarden, Nextcloud ,Nginx alles unter einen hut zu bringen habe mir noch portainer besorgt was einfach toll ist viel bequemer als im Terminal jetz gerade hatte ich den durchbruch und der installations billdschirm ist auf geploppt hatte so einige schwierigkeiten mit pihole habe nicht gewusst das ich bei DNS_records meinen servernamen un ip eintragen muss oder die /etc/hosts auf den client auch mit den infos versorgen muss aber jetz hab ich es geschafft …phuu Ich bin Glücklich das es nach langen gefrickel 100erten Bad Gateway ErroRs funktioniert binnur ein hobby bastler und LinuxFreund und suchte eine neue Herausforderung mit all ihren höhen und tiefen….LG
Moin Fritz,
Glückwunsch zum Durchbruch! Ich kenne das „Phuu“-Gefühl nur zu gut – man verbringt Stunden mit Fehlersuchen, starrt auf Fehler bzw. Warnungen und fragt sich, warum man sich das eigentlich antut. Aber genau dieser Moment, wenn die Seite dann plötzlich lädt, ist der Grund, warum wir das machen.
Portainer ist da echt ein Gamechanger, oder? Ich nutze das privat auch, weil es einfach hilft, den Überblick zu behalten, ohne jedes Mal in der Konsole zu tippen.
Die Sache mit dem DNS ist so ein Klassiker – das gehört beim ersten Mal fast schon zum Aufnahmeritual dazu. Aber hey, jetzt wo die Stolpersteine weggeräumt sind, steht das Fundament.
Viel Spaß beim Ausprobieren und Einrichten. Wenn die nächste Herausforderung ruft, weißt du ja, wo du mich findest!
LG Saki